Eine würdevolle Bestattung für                                 den erhängten Hund „Asko“

 

Tierschützer vom Tierschutzverein Friedrichsdorf e.V. kümmern sich um die Überreste des erhängten Schäferhunds.

 

Der von seinem Halter erhängte Schäferhundmischling „Asko“ ist nach Abschluss der Untersuchungen von den Ermittlungsbehörden freigegeben und eingeäschert worden. Der Fall des in Schöffengrund auf grausame Weise getöteten Schäferhundmischlings „Asko“ hatte weit über die Landesgrenzen hinaus Entsetzen und Fassungslosigkeit ausgelöst. Der 26-Jährige letzte Besitzer des Tieres war innerhalb nur weniger Tage nach der Tat ausfindig gemacht worden. Bei der Vernehmung gab er zu, seinen Hund im Wald bei Schwalbach Ende Januar erhängt zu haben. Als Grund für die Tötung nannte er eine große Belastung nach einer Operation des Hundes infolge eines Verkehrsunfalls in Verbindung mit dem Wesen des Tieres. Der Hund war von seinem Halter an einem Baum aufgehängt worden, aber nicht so, dass der Tod relativ schnell eintreten konnte. Asko wurde so erhängt, dass er mit den Hinterläufen noch Bodenkontakt hatte und damit einem langen, quälenden Todeskampf ausgesetzt war. „Während meiner langjährigen Tätigkeit im Tierschutz habe ich schon viel erlebt“, sagte Heidi Bank vom Tierschutzverein Friedrichsdorf bei Bad Homburg. „Ausgehungerte und verwahrloste Tiere, ausgesetzte oder an Bäumen und Leitplanken angebundene Hunde – das kommt leider immer wieder vor, vor allem zur Ferienzeit. Das gehört leider zur täglichen Praxis. Aber so eine grausame Tat hat eine für mich nicht gekannte Dimension und uns alle erschüttert“, so Bank. Anzeige Für eine Tat wie bei Asko droht dem Täter laut Bank eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe. Auch ein zeitlich beschränktes oder lebenslängliches Tierhaltungsverbot könne ausgesprochen werden. Dies müsse die zuständige Behörde aber auch anordnen, sagte Bank. Bisher seien solche Tierquälereien nur sehr lasch verfolgt und bestraft worden, kritisierte die Tierschützerin. Tierquälerei werde vielfach immer noch als Kavaliersdelikt angesehen. Lob gab es im Fall Asko von Bank für die Arbeit der Polizei. Diese habe sich sehr engagiert, um den Besitzer ausfindig zu machen. Über den aktuellen Sachstand war am Dienstag bei der für Tierschutzvergehen zentral zuständigen Staatsanwaltschaft Limburg leider nichts zu erfahren, deren Sprecher konnte wegen zahlreicher Termine nicht erreicht werden. Rechtsanwalt: „Schon um andere abzuschrecken, sind strenge Maßnahmen angezeigt“ Christoph Stephan, Rechtsanwalt des Tierschutzvereins Friedrichsdorf aus Grävenwiesbach, sagte: „Wir haben hier einen Fall, bei dem der Täter ganz offen sichtlich jegliche menschliche Regung, alle Werte, Empathie und Verantwortungsbewusstsein gegenüber einem Lebewesen abgelegt oder nie besessen hat. Schon um andere abzuschrecken, sind hier strenge Maßnahmen angezeigt.“ Auch wenn Asko nicht mehr geholfen werden konnte, hat sich der Tierschutzverein Friedrichsdorf zusammen mit seinem Anwalt für ihn eingesetzt. Gemeinsam mit der Polizei sei es gelungen, zu verhindern, dass der Halter das Tier beziehungsweise dessen Überreste nochmals in die Hände bekommt. In Stephans Kanzlei hatte man sich spontan entschieden, die Kosten für die Einäscherung zu übernehmen und Heidi Bank mit ins Boot geholt. Der Anwalt koordinierte alle notwendigen Schritte mit der Polizei in Wetzlar, der Tierschutzverein traf mit ANUBIS Tierbestattungen aus Friedrichsdorf alle Vorkehrungen für die Abholung und Kremierung des Hundes, so dass Heidi Bank und Christoph Stephan vor wenigen Tagen die Einäscherung im Tierkrematorium begleiten und die Asche in Empfang nehmen konnten. „Wir haben in dieser Sache diverse Spenden von Bürgern und sogar von Polizeihundeführern in Aussicht gestellt bekommen“, erklärte Heidi Bank. Asko werde nun wenigstens noch das bekommen, was er verdient habe: eine würdevolle Bestattung.