Gefährliche Falle: Giftköder

von Carolin Sieling veröffentlicht am 12.05.2015 unter www.agila.de

Die Gefahr lauert überall. Immer wieder finden Hundebesitzer entlang beliebter Gassi-Strecken Fleischstückchen oder Knochen gespickt mit Rasierklingen, Glasscherben oder Rattengift.

Nimmt der Hund diese auf, können sie ihm schwere gesundheitliche Schäden zufügen. AGILA unterstützt den Verein "Hundefreunde gegen Hundehasser", der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Hundebesitzer für das Thema zu sensibilisieren und es auf die Agenda der Polizei zu setzen. Denn die Dunkelziffer ist hoch, viele Fälle werden gar nicht zur Anzeige gebracht. Was Sie tun können, um Ihren Vierbeiner zu schützen und bei einer Vergiftung richtig zu handeln, erfahren Sie im Folgenden. 

Vorsorgemaßnahmen gegen Giftköder

Information

Hundehalter sollten aufmerksam nach Giftköderwarnungen schauen. Diese findet man in den regionalen Zeitungen und Radiosendern sowie über Onlineportale oder die App "Giftköderradar". Die betroffenen Gebiete sollten Sie dann meiden oder Ihren Vierbeiner an der Leine führen und ihn eventuell zusätzlich durch einen Maulkorb sichern.

Training
Hunde können lernen, dass die potenzielle „Beute“ nicht zum Fressen da ist, sondern an Herrchen oder Frauchen abgegeben wird. Dazu eignet sich ein Tausch- oder Anti-Giftködertraining. Bei ersterem wird mit dem Vierbeiner geübt, seine Beute gegen eine Belohnung freizugeben. Beim Anti-Giftködertraining lernt der Hund, Fundstücke lediglich anzuzeigen oder auch komplett zu ignorieren. Derartige Übungen können unter Leitung eines guten Trainers stattfinden. Einige Hundeschulen bieten bereits gezielte Kurse an.

Beobachtung
Lassen Sie Ihren Vierbeiner nie ganz aus den Augen, so können Sie auch im Fall der Fälle schnell eingreifen. An unübersichtlichen Stellen sollte der Hund an die Leine genommen werden. Gehört Ihr Vierbeiner zu den kleinen Allesfressern liegt eventuell eine Mangelerscheinung vor. Das sollte im Rahmen einer tierärztlichen Untersuchung abgeklärt werden. Durch Beobachtung können Sie erste Anzeichen einer Vergiftung oder Verletzung frühzeitig erkennen und reagieren. Halten Sie außerdem selbst die Augen nach möglichen Giftködern offen und packen sie ein, wenn Sie einen gefunden haben. In diesem Fall sollten Sie den Fund bei der Polizei zur Anzeige bringen.

Richtiges Verhalten bei einer Vergiftung
Hat Ihr Hund trotz aller Vorsichtsmaßnahmen einen Giftköder verschluckt, bleiben Sie ruhig. In Panik werden oft falsche Entscheidungen getroffen, die dem Tier zusätzlich schaden. Packen Sie, falls möglich, Reste des Giftköders ein und suchen Sie sofort einen Tierarzt auf. Der vierbeinige Patient sollte ruhig behandelt und warm gehalten werden. Verwenden Sie keine Maulschlinge, da der Hund möglicherweise erbrechen muss und dann Erstickungsgefahr droht. Außerdem sollten Sie nicht versuchen, Ihren Vierbeiner eigenhändig zum Erbrechen zu bringen.

Der Verein "Hundefreunde gegen Hundehasser"
Angefangen haben die Hundefreunde mit einer Facebook-Gruppe, in der sich Hundebesitzer aus Hannover über Giftköder-Funde ausgetauscht haben. Über 2.500 Mitglieder zählt die Gruppe nach nur vier Monaten. „Wir vermuten, dass Hundekot, der auf der Straße liegt, einer der Gründe ist, giftige Köder auszulegen“, berichtet Jennifer Schuster, die den Verein ins Leben gerufen hat. „Wir haben deswegen in verschiedenen Städten Kotsammel-Aktionen organisiert. Unter dem Motto ‚Aufheben statt vergiften‘ möchten wir Hundegegnern erst gar keinen Anlass für Hass bieten.“ Weitere Infos zum Verein und geplanten Aktionen finden Sie unter www.facebook.com/hundefreundegegenhundehasser